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| (c) Ascot Elite |
Worum geht's? Ree Dolly (Jennifer Lawrence, dafür Oscar-nominiert) lebt in ärmlichen Verhältnissen in den hintersten Winkeln von Missouri, ist 17 Jahre alt und muss sich allein um ihre beiden jüngeren Geschwister kümmern. Ihre Mutter sitzt den ganzen Tag wortlos in einem Sessel, ihr Crystal kochender Vater ist auf Kaution aus dem Knast raus. Für den ersten Verhandlungstag vor Gericht ist er unauffindbar, weshalb die Kaution innerhalb von einer Woche droht fällig zu werden. Das wäre Ree komplett egal, hätte ihr Vater nicht das Haus und den angrenzenden Wald als Kaution gestellt. Nun begibt sich Ree also auf die Suche nach ihm, denn nur, wenn er vor Gericht erscheint, bleibt ihr und ihrer Familie ein Zuhause.
Die Suche nach ihrem Vater verläuft zunächst ein wenig nach immergleichem Muster. Person A sagt: Begib dich zu Person B, Person B sagt: Begib dich zu Person C, und so weiter. Auskunft gibt ihr niemand gern und je tiefer sie vordringt, desto mehr nimmt die Gesprächsbereitschaft der "Hinterwäldler" ab. Das wirkt zunächst ein wenig arg gewollt, doch je offener und deutlicher ihr der Hass entgegen schlägt, desto besser wird Winter's Bone. Irgendwann wird klar, dass nicht einfach nur ihr Vater verschwunden ist, sondern dass sich Ree in Angelegenheiten einmischt, die aus Sicht einiger besser im Verborgenen bleiben sollten.
Ich will hier nichts von einer "präzisen Beobachtung" oder ähnlichem schreiben, da ich keinen blassen Schimmer habe, wie das Leben in den Wäldern von Südmissouri aussieht. Ich belasse es bei: Winter's Bone ist intensiv gespielt, allen voran das beeindruckende Talent Jennifer Lawrence, und in seinen besten Momenten unterschwellig enorm spannend, dann, wenn niemand ein Wort sagen muss, nur aufgrund von düsteren Blicken eine bedrohliche Stimmung entsteht, und man sich nicht sicher sein kann, ob sich diese nicht gleich in roher Gewalt entlädt. Das alles eingebettet in eine Atmosphäre von Armut, Hass und Perspektivlosigkeit, aber hier und da auch ein wenig Menschlichkeit, und vollendet von einer bitteren Teufelskreis-Pointe, auch wenn diese dem Zuschauer nicht auf dem Silbertablett serviert wird.
Kino-Start: 31. März 2011
Winter's Bone in der IMDb, Trailer bei YouTube

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